DHd 2018, Kritik der digitalen Vernunft, 26.2.-2.3. in Köln

Die 5. Jahrestagung der “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum” wird vom 26. Februar bis zum 2. März 2018 von der Universität zu Köln ausgerichtet. Das Thema lautet “Kritik der Digitalen Vernunft”.

Call for Papers

I. Allgemein

Die Digital Humanities werden häufig als digital transformierte Bearbeitung von Fragestellungen aus den verschiedenen beteiligten Fächern beschrieben. Daneben entsteht der Eindruck, dass die DH in weiten Teilen eine daten-, algorithmen- und werkzeuggetriebene Wissenschaft sei, die von ihren unmittelbaren Möglichkeiten und ihren Praktiken dominiert sei. Wie lässt sich dies aber mit dem kritischen Anspruch der Geisteswissenschaften vereinbaren? Gibt es im Umgang mit digitalen Medien, in der Modellierung, Operationalisierung und Formalisierung der Arbeit mit Computern implizite, stillschweigend akzeptierte Agenden, die einer Reflexion durch einen „Intellectual Criticism“ bedürfen? Die Tagung soll den Fokus auf die kritische Dimension digitaler Forschung richten und damit Denkanstöße zu Theoriebildung und Epistemologie der digitalen Forschung geben. In diesem Rahmen sollen auch gesellschaftliche, soziale und politische Dimensionen der in allen Bereichen wirksamen Digitalisierungsprozesse unter so heterogenen Begriffen wie Interaktionsformen, Partizipation, Bildung, Digital Literacy sowie Auswirkungen und Rückwirkungen der Digitalität auf Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden.

Im Rahmen der Tagung sollen daher unter anderem folgende Fragen verfolgt werden:

– Kritik der Digitalisierung – Formate, Standards und Praktiken
– Kritik digitaler Angebote, Projekte und Werkzeuge
– Kritik der digitalen Methoden
– Kritik der digitalen Geisteswissenschaften (traditionelle Fächer und DH)
– Kritik der digitalen Wissenschaftstheorie
– Kritik der digitalen Gesellschaft

Darüber hinaus sind Vorträge zu allgemeinen Themen aus dem Bereich der DH sowie die Diskussion von positiven und negativen, eigenen und fremden Projektergebnissen willkommen.

II. Formales

Es können eingereicht werden:

– Poster (Abstract von mindestens 500, maximal 750 Wörtern).
– Vorträge (Abstract von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern).
– Panels (minimal drei, maximal sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ein Abstract von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern).
– Vor der Konferenz stattfindende Workshops (Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern).

Für die Einreichung eines Abstracts müssen Sie sich unter der folgenden Adresse registrieren:
https://www.conftool.com/dhd2018/

Weitere Instruktionen finden Sie auf der Konferenz-Webseite:
http://dhd2018.uni-koeln.de/

Rückfragen richten Sie bitte per Email an die folgende Adresse: info-dhd2018@uni-koeln.de.

Die Frist für die Einreichung von Beiträgen läuft am 18.09.2017 ab. Eine Benachrichtigung darüber, ob der Beitrag angenommen wurde, wird bis spätestens 30.11.2017 versandt.

Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Abstracts werden bevorzugt auf Deutsch eingereicht. Wird das Abstract in einer anderen Sprache eingereicht, so kann eine Übersetzung ins Deutsche beigefügt werden. In diesem Fall entscheiden die Einreichenden über die zu begutachtende Fassung.

In der Regel wird erwartet, dass von einem Verfasser/einer Verfasserin/einer Projektgruppe nur ein Poster oder Vortrag eingereicht wird. Eine Beteiligung von Beitragenden darüber hinaus an maximal einem Panel oder Workshop ist jedoch möglich.

1) Posterpräsentationen
Poster (Abstracts: mindestens 500, maximal 750 Wörter) können zu jedem Thema des Call for Papers eingereicht werden. Sie können auch den Stand einzelner Projekte anschaulich beschreiben oder Software demonstrieren.

2) Vorträge
Vorträge (Abstracts: mindestens 1200, maximal 1500 Wörter) stellen unveröffentlichte Ergebnisse dar, und/oder berichten über die Entwicklung von signifikanten neuen Methoden oder digitalen Ressourcen und/oder stellen ein methodischesbzw. theoretisches Konzept vor. Für die einzelnen Vorträge sind 20 Minuten Präsentationszeit und zehn Minuten für Fragen vorgesehen. Es wird erwartet, dass im Abstract zumindest signifikante Zwischenergebnisse vorgelegt werden. Vortragsvorschläge sollten den Forschungsbeitrag in geeigneter Weise auf dem Hintergrund des Forschungsstands kontextualisieren und seine Bedeutung für die (digitalen) Geisteswissenschaften oder einen jeweiligen Teilbereich deutlich machen. Ein Literaturverzeichnis ist beizufügen. Für die Ankündigung von Vorhaben, zu denen noch keine Zwischenergebnisse vorliegen, ist das Posterformat vorgesehen.

3) Panels
Panels bieten drei bis sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit ein Thema auf der Basis einleitender Kurzvorträge zu diskutieren. In der Regel wird erwartet, dass von der 90-minütigen Sitzung je ein Drittel auf die vorbereiteten Statements, die Diskussion innerhalb des Panels und die Diskussion des Panels mit dem Publikum entfällt. Die Panel-Organisatorinnen und Organisatoren reichen eine kurze Beschreibung des Themas im Umfang von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern ein und bestätigen die Bereitschaft der aufgeführten Personen, am Panel teilzunehmen. Für die Annahme eines Panelvorschlags ist die stringente Darlegung des thematischen bzw. methodischen Zusammenhangs der Einzelbeiträge von entscheidender Bedeutung.

4) Vor der Konferenz stattfindende Workshops
Die Vorschläge sollten die folgenden Informationen enthalten:
Titel und eine kurze Beschreibung des Themas (mindestens 1200, maximal 1500 Wörter). Die vollständigen Kontaktdaten aller Beitragenden sowie einen Absatz zu deren Forschungsinteressen.
Die Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Angaben zu einer etwa benötigten technischen Ausstattung. Den Workshop spezifischen Call for Papers, falls ein solcher veröffentlicht wird. Workshops dauern einen halben Tag. Von den Workshopleiterinnen und -leitern wird erwartet, dass sie sich für die Konferenz anmelden.

III. Bewertung der Beiträge

Ein gutes Proposal beschreibt das gestellte Forschungsproblem, bezieht sich auf den aktuellen Forschungsstand, beschreibt die angewendete Methode und benennt das Ergebnis der Forschungen.

In der Begutachtung werden die folgenden Bewertungskriterien angelegt:
– Allgemeine Empfehlung zur Annahme (4-fach gewertet)
– Es handelt sich um einen innovativen Beitrag zum Gegenstandsbereich der DH (3-fach gewertet)
– Der Stand der Forschung ist hinreichend dargestellt (u.a. Bibliographie) (2-fach gewertet)
– Die Forschungsmethodik ist verständlich beschrieben (2-fach gewertet)
– Das Abstract ist verständlich formuliert (1-fach gewertet)

Bewertungsskala (Punkte):
5 – trifft völlig zu
4 – trifft weitgehend zu
3 – trifft eher zu
2 – trifft eher nicht zu
1 – trifft weitgehend nicht zu
0 – trifft gar nicht zu

Es können demnach maximal 60 Punkte erreicht werden.

IV. Programmkomitee

Chair: Georg Vogeler (Universität Graz)
Andreas Münzmay (Universität Paderborn)
Claudine Moulin (Universität Trier)
Christof Schöch (Universität Würzburg)
Anne Baillot (Centre Marc Bloch, Berlin)
Peter Gietz (DAASI international, Tübingen)
Mareike König (Deutsches Historisches Institut, Paris)
Walter Scholger (Universität Graz)
Lisa Dieckmann (Universität zu Köln)
Andreas Henrich (Universität Bamberg)
Petra Gehring (Technische Universität Darmstadt)
Lars Wieneke (Universität Luxemburg)

IV. Lokales Organisationskomitee

Jonathan Blumtritt (DCH)
Arjan Dhupia (CCeH)
Lisa Dieckmann (prometheus)
Øyvind Eide (HKI)
Franz Fischer (CCeH)
Jürgen Hermes (Spinfo)
Andreas Mertgens (CCeH)
Brigitte Mathiak (CCeH)
Claes Neuefeind (Spinfo)
Eleftheria Paliou (Archäologie)
Patrick Sahle (CCeH)
Andreas Speer (CCeH)
Agnes Thomas (CCeH)
Mona Weinle (Spinfo)
Andreas Witt (Spinfo)

Neues Papyrus-Portal Köln veröffentlicht

Die Papyrus-Sammlung am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln ist mit fast 3500 Objekten eine der größten ihrer Art. Ihr Aufbau, ihre Erschließung und die wissenschaftliche Edition der Texte wird seit 1972 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Akademienprogamm gefördert. Im Rahmen der Digitalisierungsbemühungen der Akademie kooperiert seit 2013 die Arbeitsstelle für Papyrologie mit dem CCeH, um ein nachhaltiges Datenmodell, eine virtuelle Arbeitsumgebung, eine Online-Datenbank und eine digitale Publikation der Sammlung aufzubauen. Wir freuen uns ganz besonders, nun im Mai 2017 das neue Online-Portal der Kölner Papyrussammlung präsentieren zu können.

Die Datenbank weist gegenwärtig 3462 Objekte nach, die 4254 Texte enthalten. Davon sind 840 Texte in bisher 66 Publikationsbänden veröffentlicht worden. Kern des neuen Papyrusportals sind die verfügbaren Kataloginformationen zu allen Stücken und ihre digitalen Abbildungen. Für die Zukunft tritt neben die weitere Objekterschließung auch die Bereitstellung von Transkriptionen und Editionen in den Mittelpunkt der Arbeit. Außerdem sollen die Verknüpfungen mit anderen Ressourcen der papyrologischen Forschung verbessert und weitere Projekte der Arbeitsstelle unterstützt werden.

Für die bisherige Arbeit ist ganz besonders zu danken: Prof. Jürgen Hammerstaedt (Arbeitsstellenleiter), PD Dr. Charikleia Armoni (Kustodin, fachliche Leitung), Dr. Robert Daniel (Kustode bis 2016), Natalia Vega (Katalogisierung und Erschließung), Sophie Breternitz (Restauration, Digitalisierung). Für das CCeH haben das Projekt Marcel Schaeben (technische Entwicklung), Peter Dängeli (Bildarchiv), apl.Prof. Dr. Patrick Sahle (Koordination), Ulrike Henny (Datenmodell, technisches System; 2013-2015) umgesetzt. Sie wurden dabei von Ben Bigalke (Entwicklung), Gioele Barabucci (Datenmodell) und Franz Fischer (Projektorganisation) unterstützt.

Index Librorum Civitatum: Relaunch der Projekt-Webseite

Seit Mai 2016 kooperiert das CCeH mit der Professur für Geschichte des Mittelalters der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Projekt „Index Librorum Civitatum“ (ILC). Pünktlich zum ersten Jahrestag der Kooperation ist ein großer Meilenstein vollbracht: Der Relaunch der Projekt-Webseite www.stadtbuecher.de ist abgeschlossen!

Das Ziel des Projekts ist die Erfassung der Stadtbücher Deutschlands in einer zentralen Datenbank. Folgerichtig lag zu Projektbeginn der Fokus vor allem darauf, diese Daten zugänglich zu machen. Die dafür entwickelten Suchmasken sind auch weiterhin der Kern der Seite. Sie werden nun aber von vielfältigen Datenvisualisierungen und neuen Suchansätzen erweitert, die auch im Thema noch nicht bewanderte Benutzer zum Stöbern einladen. Nach dem bloßen Anbieten der Daten geht es nun also darum, unterschiedliche Zugänge zu ihnen zu ermöglichen und durch Aggregation und Auswertung der Daten neue Perspektiven auf die Quellen zu gewinnen.

Über das Projekt

Bei Stadtbüchern handelt es sich um bedeutende Quellen zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadtgeschichte, die im Rahmen der städtischen Selbstverwaltung entstanden sind. Ihre Zugänglichkeit für die Forschung soll mit dem ILC-Projekt deutlich verbessert und das in ihn liegende Forschungspotential in einzelnen Arbeiten beispielhaft aufgezeigt werden.

Von 2011 bis 2014 wurden umfangreiche Vorarbeiten im Rahmen eines DFG-Projekts geleistet, in dem bereits erhobene Daten aus den Neuen Bundesländern in die ILC-Datenbank eingespeist wurden. Dem Ausmaß der verbleibenden Arbeit angemessen wird das Projekt als ein auf zwölf Jahre angelegtes DFG-Langfristvorhaben weitergeführt, welches in Projektphasen von je drei Jahren sukzessive die Stadtbuchüberlieferung Deutschlands erfassen soll.

Nachlese: DHd 2017

Nils Geißler vor dem Poster zu Nachhaltigkeit im Capitularia-Projekt

Vom 13. bis 18. Februar 2017 fand in Bern die vierte Jahrestagung des Verbandes „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ (DHd), statt. Mitglieder bzw. MitarbeiterInnen des CCeH und des DCH waren mit folgenden Beiträgen präsent:

    1. Simone Kronenwetts Poster zu Forschungsdaten; vgl. auch http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/…

      Umfrage zu Forschungsdaten an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln – Poster von Simone Kronenwett und Brigitte Mathiak (DCH). Simone Kronenwett gewann einen Preis für die beste Posterpräsentation sowie den dritten Preis in der Kategorie “Bestes Poster”.

    2. Maßnahmen zur digitalen Nachhaltigkeit in Langzeitprojekten: Das Beispiel Capitularia

      Maßnahmen zur digitalen Nachhaltigkeit in Langzeitprojekten: Das Beispiel Capitularia – Poster von Daniela Schulz (Universität Wuppertal), Franz Fischer, Nils Geißler, Martina Gödel (alle CCeH).
      Daniela Schulz und Nils Geißler gewannen einen Preis für die beste Posterpräsentation und belegten den zweiten Rang beim Poster-Award.

    3. Martina Gödel & Sebastian Zimmer über Niklas Luhmann in der bibliografischen Dimension

      Niklas Luhmanns Werk­ und Lesekosmos: DH in der bibliographischen Dimension – Vortrag von Martina Gödel und Sebastian Zimmer (CCeH)

    4. Hermann Burgers Lokalbericht – eine Erstedition auf digitalen Füßen …

      Hermann Burgers Lokalbericht: Hybrid­Edition mit digitalem Schwerpunkt – Vortrag von Simon Zumsteg (Schweizerisches Literaturarchiv) und Peter Dängeli (CCeH)
      http://www.lokalbericht.ch

    5. Bild, Beschreibung, (Meta)Text Automatische inhaltliche Erschließung und Annotation kunsthistorischer Daten
      Informationsextraktion aus Bildbeschreibungen

      Vortrag von Lisa Dieckmann (prometheus), Jürgen Hermes und Claes Neuefeind (Sprachliche informationsverarbeitung), [abstract]

    6. Twhistory mit autoChirp – Social Media Tools für die Geschichtsvermittlung. Poster von Jürgen Hermes, Alena Geduldig, Philip Schildkamp (Sprachliche Informationsverarbeitung), Moritz Hoffmann und Øyvind Eide, mit Unterstützung durch Julia Sorouri (CCeH).
      Siehe Blog-Post dazu von Jürgen Hermes.
    7. Präsentation der Konferenz DHd 2018 bzw. ihres Hostings durch die Universität zu Köln als Gemeinschaftsaktion aller DH-Abteilungen der Philosophischen Fakultät, stellvertretend für das ganze Organisationskommittee durch Patrick Sahle (CCeH).
      Die Tagung wird unter dem Motto “Kritik der digitalen Vernunft” stehen.

Noch mehr Nachlese: Unter dem Titel “Nachhaltigkeit für digitale Editionen” berichtet Anna Busch in einem Blogpost u.a. über die Beiträge #2 und #4.

CCeH kooperiert mit Itinera Nova (Stadtarchiv Löwen)

 

Schöffenregister von 1367
Schöffenregister von 1367

Register 8114, Folio 2v
Register 8114, Folio 2v

Seit 2009 digitalisiert, erschließt und transkribiert das Stadtarchiv Löwen mit einer Gruppe lokaler Freiwilliger im Projekt Itinera Nova die Löwener Schöffenprotokolle: Eine Quellenreihe, die über die Jahre 1362 bis 1795 beeindruckende 1128 Bände mit rund 300.000 Seiten umfasst. Das Projekt ist ursprünglich zusammen mit der Kölner Historisch-Kulturwissenschaftlichen Informationsverarbeitung (Prof. Manfred Thaller) entwickelt worden und wird nun vom CCeH weiter begleitet. Dabei geht es aktuell zunächst um den Abschluss der Digitalisierung, die Fortsetzung der Transkription sowie neue Ansätze zur Tiefenerschließung und zur wissenschaftlichen Auswertung. Über die nächsten sechs Jahre schließt sich außerdem als neues Teilprojekt die Digitalisierung und Erschließung der Löwener Rechnungsbücher an: 450 bis zu 25cm dicke Bände von 1345 bis 1795.

DiXiT – Digital Scholarly Editions Initial Training Network

Gruppenfoto anlässlich des Mid-Term Review Meeting
Gruppenfoto anlässlich des Mid-Term Review Meeting

DiXiT ist ein vom CCeH koordiniertes internationales Marie Curie-Forschungs- und Trainingsnetzwerk zur Weiterentwicklung neuer Theorien, Methodiken und Modelle einer digitalen Editorik und Publikationspraxis. DiXiT setzt sich aus renommierten europäischen Universitäten, Nationalbibliotheken, Unternehmen der Softwareentwicklung und Dienstleistung sowie freien und gemeinnützigen Wissensorganisationen zusammen.

DiXiT ist ein umfangreiches, auf die vielfältigen Bereiche und Bedürfnisse einer zunehmend digitale Geisteswissenschaft zugeschnittenes Lehr- und Forschungsprogramm an, das sich sowohl den hermeneutischen Fragen zu Literatur und historischer Schriftlichkeit widmet als auch den technischen Herausforderungen einer digitalisierten Forschungs- und Publikationspraxis stellt. Hier sind es vor allem die Anwendung und Verbesserung bestehender Datenstandards bei der Beschreibung und Kodierung von Dokumenten, die Entwicklung und Einbindung digitaler Hilfsmittel und Werkzeuge bei der wissenschaftlichen Erschließung und Präsentation von Texten und Dokumenten und die langfristige Sicherung und Nutzbarkeit digitaler Editionen.

Links

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Blog
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Broschüre “Digital Humanities” 2016

Digital Humanities in Köln

Neue Broschüre des CCeH

Mit Unterstützung der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste wurde im Herbst 2016 eine neue Broschüre über alle Aktivitäten und Projekte an der Universität zu Köln im Bereich der Digital Humanities erstellt.

Auf den rund 80 Seiten finden sich zahlreiche Informationen zu den unterschiedlichen Studiengängen, Einrichtungen und Forschungsprojekten der Philosophischen Fakultät, die im Bereich der Digital Humanities angesiedelt sind.

Die PDF-Fassung der Broschüre kann hier (in zwei verschiedenen Größen) heruntergeladen werden:

Digital Humanities Broschüre (klein – 2,3 MB)

Digital Humanities Broschüre (groß – 22 MB)

Es sind auch, solange der Vorrat reicht, gedruckte Exemplare erhältlich. Wenden Sie sich hierzu bitte an info-cceh@uni-koeln.de.

Renaissance Women Writers in Italy and Germany – CCeH researcher Tiziana Mancinelli funded by NetEx program

A Digital Scholarly Edition of Renaissance Women Writers in Italy and Germany

We are pleased to announce that Dr. Tiziana Mancinelli (CCeH) and Dr. Anna Cappellotto (University of Verona) have been awarded a research grant within the programme Network & Exchange – NetEx, a measure of the Female Professors Programme II at the University of Cologne.

The funded project aims at exploring the role, in/visibility, and position of women writers in Italian and German Literature during the Renaissance from a cross-cultural perspective, in both print and digital scholarly editions. We propose an inclusive, case study based approach, which asks questions from a gender perspective about the process of the realisation of digital archives and Digital Humanities Scholarships. By investigating a corpus of works written by women about their status and roles and by engaging in a literary and philological analysis, we will look at the hierarchical structure of hegemonic power in the field of social discursive practices.

In order to examine the various aspects and features of a cross-cultural and gender gaze throughout the Renaissance, the project will collect, systematize and explore the contribution of women writers in Germany and Italy. We will consider the works of Italian women such as Vittoria Colonna (1492-1547), Veronica Gambara (1485-1550) Gaspara Stampa (1524-1554), and Veronica Franco (1546-1591), who, as courtesans and gentildonne, made an original contribution to the Italian Renaissance, from poetry to the epistolary genre.

While in Italy courtesans had a prominent role in literary production, in Germany Caritas Pirckheimer (1467-1532) represented the typology of virgo docta. The abbess had a lengthy correspondence with contemporary leading humanists; in addition, she wrote a chronicle of events which took place at her monastery, which conveys an extremely vivid image of the history of the Reformation. Moreover, the public and private correspondence written by Margaret of Austria (1480-1530) will be included in the project to explore the writing of a well-educated noblewoman and patron.

In conclusion, with the expertise and support of the CCeH and IDE, this project will deal with both technical (infrastructures, annotation, workflow) and theoretical issues in order to challenge the dominant paradigm, through the metadata curation and the categories used for it. It will also question how categories could contribute to the construction of socio-cultural identities and the literary canon.

Do not hesitate to contact us for further information! Anyone interested in the subject is encouraged to send enquiries, contributions and suggestions to:

Dr. Tiziana Mancinelli (University of Cologne) email: tiziana.mancinelli@uni-koeln.de

Dr. Anna Cappellotto (University of Verona) email: anna.cappellotto @univr.it

(Image: Vittoria Colonna, Ritratto di Michelangelo, c. 1550, British Museum, London; from Wikimedia Commons)

Capitularia – Projektseite gelauncht

Capitularia-Webseite

Am 1. Dezember fand der Launch der Website des Capitularia-Projektes zur (Neu-)Edition der fränkischen Herrschererlasse statt, das am Historischen Institut der Universität zu Köln angesiedelt ist.
Die Seite gibt Einblicke in das bis voraussichtlich 2029 über 16 Jahre laufende Langzeitprojekt – das derzeit von Professor Dr. Karl Ubl geleitet wird – und damit u.a. in die fortschreitende Transkription und Edierung der einzelnen Kapitularien und Informationen zu deren Hintergründen, Geschichte und Erforschung. Das Projekt wird im Rahmen des Akademieprogramms mit insgesamt 5,28 Millionen Euro gefördert und dabei von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste betreut.
Das CCeH leistet hierbei als Projektpartner Unterstützung in Bereichen wie der Beratung zu Kodierungsmodellen und der Erstellung von Schemata, Kollationen, XML-Processing und der Webpräsentation.

Wir freuen uns darüber, dass der Edierungsprozess nun auch öffentlich wahrgenommen werden kann und gratulieren zum Launch!

Luhmann – Theorie als Passion

“Jede Notiz ist nur ein Element, das seine Qualität erst aus dem Netz der Verweisungen und Rückverweisungen im System erhält.”
Niklas Luhmann: Kommunikation mit Zettelkästen – Ein Erfahrungsbericht. S. 225 1

Das Ziel des Projekts “Niklas Luhmann – Theorie als Passion” ist die Erschließung und Aufbereitung des wissenschaftlichen Nachlasses des Soziologen Niklas Luhmann, der von 1969 bis 1993 an der Universität Bielefeld gelehrt hat. Im Rahmen des Projekts werden Luhmanns Zettelkasten und seine unveröffentlichten Manuskripte digitalisiert und wissenschaftlich editiert, um sie auf einem Online-Portal zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist eine Printpublikation der wichtigsten Manuskripte vorgesehen.

Das Projekt läuft von 2015 bis 2030 und wird aus Mitteln der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste finanziert. Projektträger ist das Niklas-Luhmann-Archiv an der Universität Bielefeld.

Die Projektwebsite ist im Aufbau: Luhmann-Archiv

Niklas Luhmann Portrait
Niklas Luhmann (1927-1998)
ist neben Max Weber der berühmteste und wirkmächtigste deutsche Soziologe des 20. Jahrhunderts. Seine in über dreißig Jahren kontinuierlich entwickelte Sozial- und Gesellschaftstheorie ist international herausragend und allenfalls mit den sozialwissenschaftlichen Theorien von Jürgen Habermas, Pierre Bourdieu oder Michel Foucault vergleichbar.

 

90.000 Zettel

Der umfangreiche wissenschaftliche Nachlass Luhmanns, den die Universität Bielefeld im Jahr 2010 erwerben konnte, lässt den Autor und sein Theoriegebäude diesseits seiner publizierten Werke sichtbar werden. Kernstück des Nachlasses und Zentrum der Luhmannschen Theoriearbeit ist der ca. 90.000 Notizzettel umfassenden Zettelkasten. Diese zwischen 1951 und 1996 entstandenen Aufzeichnungen dokumentieren die Theorieentwicklung Luhmanns auf eine einzigartige Weise, so dass man die Sammlung als seine intellektuelle Autobiographie verstehen kann. Darüber hinaus verfügt der Zettelkasten über eine spezifische Ordnungsstruktur, die ihn nicht nur zu der für Luhmann unverzichtbaren Theorieentwicklungs- und Publikationsmaschine werden ließ, sondern auch wissenschaftsgeschichtlich interessant macht.

Foto von Luhmanns Zettelkasten

Der Zettelkasten wird wissenschaftlich erschlossen, in eine editierte, benutzer-
freundliche Datenbank überführt und mit den übrigen Publikationen, die in einer werkgeschichtlichen Edition erschlossen und publiziert werden, vernetzt. Die Forschungsplattform stellt so die Zugänglichkeit dieses singulären wissenschaft-
lichen Nachlasses nicht nur in einer theorieadäquaten, sondern auch zeitgemäßen Form sicher und macht das Material für die weitere Forschung nutzbar.

Die Nachlassedition versteht sich als wissenssoziologische Forschung über die Struktur und Genese einer der letzten „grand theories“ der Soziologie und legt dadurch zugleich die Grundlage für die Entwicklung einer wissenschaftsbasierten infrastrukturellen Dienstleistung, auf welche die interdisziplinäre und zunehmend internationale Forschung zur und mit der Theorie Luhmanns zukünftig zurückgreifen kann.

Das Projektteam

Kooperationspartner

Leitung

Team CCeH

  • Gesamtkoordination: Patrick Sahle
  • Organisation, Datenmodelle, Digitalisierung, QM: Martina Gödel
  • Technische Infrastruktur, Arbeitsumgebung, Präsentation: Sebastian Zimmer
  • Redaktion, Entwicklung: Dana Persch
  • Redaktion, Präsentation: Marie Sauer (bis Juli 2016)

Finanzierung

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste


1 Luhmann, Niklas. 1981. Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht. In: K. Reumann H. Beier, H.M. Keplinger (Hg.), Öffentliche Meinung und sozialer Wandel. Für Elisabeth Noelle-Neumann, S. 222-228. Opladen: Westdeutscher Verlag.