
Laufzeit
2025–
Projektbeteiligte
Dr. Jan Horstmann (Digital Humanities Lab, Universität Hamburg); Jonathan Blumtritt, Dr. Tessa Gengnagel, Dr. Claes Neuefeind (CCeH, Universität zu Köln).
Ziel
Weltweite Datenerhebung zu Fragen der Arbeitsorganisation, Kooperationspraktiken und Wissenstransfer in Digital-Humanities-Labs und -Zentren.
Vorarbeiten
J. Blumtritt, T. Gengnagel, J. Horstmann, C. Neuefeind, „Collaboration as Necessity: Institutional Support for Digital Humanities Research,“ in: Digital Humanities 2023: Book of Abstracts, hrsg. von A. Baillot, W. Scholger, T. Tasovac, G. Vogeler, Graz 2023, S. 270–271, DOI: 10.5281/zenodo.8107798.
Beschreibung
Der Kern dieses Forschungsprojektes besteht aus einer 72 Fragen umfassenden Umfrage zur Verfasstheit von DH-Zentren und -Labs. Diese greift bestehende Diskurse über Infrastrukturen in den Digital Humanities auf (cf. Pawlicka-Deger 2020, Pawlicka-Deger/Thomson 2024, Liu/Pawlicka-Deger/Smithies 2026) und erweitert sie um eine empirische Datengrundlage. Ausgangspunkt der Initiative war ein Beitrag auf der DH2023-Konferenz in Graz, in dem die Modelle der DH-Kompetenzzentren in Köln (Cologne Center for eHumanities, CCeH) und Münster (Service Center for Digital Humanities, SCDH) verglichen wurden (cf. Blumtritt et al. 2023). Sowohl in der Diskussion als auch in der Nachbereitung wurde deutlich, dass eine umfangreiche Erhebung zur Konstitution von DH-Labs und -Zentren ein Desiderat darstellt, insbesondere in Hinblick auf deren weltweite Situation. Als Auswahlkriterium für teilnehmende Institutionen ist neben der Selbstbezeichnung bzw. dem Selbstverständnis die Außenwahrnehmung der Funktionen und Charakteristika einer institutionellen Einheit ausschlaggebend, so etwa im Falle von DH-Abteilungen an außeruniversitären Kulturerbeeinrichtungen. Eine tiefergehende Besprechung der Definitionsproblematik und des zu erwartenden Data Bias wird im Zuge der Auswertung der Umfrageergebnisse erfolgen.
Die Fragenkomplexe der Erhebung setzen sich mit der Formierung, Ausrichtung, Ausstattung und Aktivität der teilnehmenden Institutionen auseinander. Sie stellen eine grundlegende Erfassung zu Arbeitsbedingungen und -schwerpunkten dar, an die sich weiterführende Studien anschließen können. Als Momentaufnahme sollen sie bestehende Einzelbetrachtungen quantitativ einordnen und flankieren. Die angedachte Auswertung in Form eines Forschungsaufsatzes soll von einer anonymisierten Publikation der Umfrageergebnisse als frei zugängliche Forschungsdaten ergänzt werden, um weitere Analysen zu ermöglichen.
Die Umfrage wurde 2025 vorbereitet und Anfang 2026 in die Implementationsphase überführt. Die Abfrage von DH-Zentren/Labs erfolgt gestaffelt: zunächst im deutschsprachigen Raum, danach weltweit. Erste Auswertungen der Ergebnisse sind bis Ende 2026 zu erwarten, ihre Vorstellung 2027.
Literatur
Blumtritt, Jonathan, Tessa Gengnagel, Jan Horstmann, Claes Neuefeind. 2023. „Collaboration as Necessity: Institutional Support for Digital Humanities Research.“ Digital Humanities 2023: Book of Abstracts, hrsg. von Anne Baillot, Walter Scholger, Toma Tasovac, Georg Vogeler. Graz 2023, S. 270–271. DOI: 10.5281/zenodo.8107798.
Liu, Alan, Urszula Pawlicka-Deger, James Smithies (eds.). 2026. Critical Infrastructure Studies and Digital Humanities. University of Minnesota Press.
Pawlicka-Deger, Urszula. 2020. „The Laboratory Turn: Exploring Discourses, Landscapes, and Models of Humanities Labs.“ Digital Humanities Quarterly 14/3. https://dhq.digitalhumanities.org/vol/14/3/000466/000466.html.
Pawlicka-Deger, Urszula, Christopher Thomson (eds.). 2024. Digital Humanities and Laboratories Perspectives on Knowledge, Infrastructure and Culture. Routledge.
Bildnachweis
Stilisierte Graphik auf Basis eines Bildausschnitts aus der Erschaffung Adams von Michelangelo, 1508–1512, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Creaci%C3%B3n_de_Ad%C3%A1m.jpg (gemeinfrei).