Beginen in Köln: Sozialgeschichte urbaner Frömmigkeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert

Das durch die DFG geförderte Projekt “Beginen in Köln: Sozialgeschichte urbaner Frömmigkeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert” hat zum Ziel, die bislang umfassendste Darstellung und Datenaufbereitung zu den Beginen in Köln vom 13.–15. Jahrhundert in Köln vorzulegen. Durchgeführt wird das Projekt unter der Leitung von Dr. Letha Böhringer an der Forschungstelle Geschichte Kölns in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanities.

bronze (or similar) statue of a beguine woman (a semi-monastic community in the 13th-16th century) in the courtyard (with red brick walls and greenery in the background) of a beguinage in Tongern, Belgium

Link

tba [https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/491803989]

Laufzeit

2022–2025

projektbeteiligte

Institutionen: Forschungsstelle Geschichte Kölns, Universität zu Köln; CCeH. Projektleitung: Dr. Letha Böhringer. Mitarbeiter:innen (CCeH): Jan Bigalke, Jonathan Blumtritt, Tessa Gengnagel.

Beschreibung

Das durch die DFG geförderte Projekt hat zum Ziel, die bislang umfassendste Darstellung und Datenaufbereitung zu den Beginen in Köln vom 13.–15. Jahrhundert in Köln vorzulegen. Durchgeführt wird das Projekt unter der Leitung von Dr. Letha Böhringer an der Forschungstelle Geschichte Kölns in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanities.

Beginen waren fromme Frauen, die außerhalb der Klöster und ohne Klausur ein eheloses Leben in Gebet und Kontemplation führten. Seit dem frühen 13. Jahrhundert lebten sie in zahlreichen Städten des deutschen Sprachgebiets und in Flandern. Köln war ein Hauptort beginalen Lebens.

Im Projekt entsteht eine Monographie zu den Beginen in Köln, für die Dr. Letha Böhringer verantwortlich ist, und eine Datenbank, die am CCeH konzipiert und entwickelt wird. Sowohl die Monographie als auch die Datenbank basieren auf einer umfangreichen Datensammlung zu 2100 namentlich bekannten Beginen, die über einen Zeitraum von 20 Jahren aus der Auswertung der Kölner Schreinsbücher hervorgegangen ist.

Am CCeH werden die Daten für eine Auswertung und Veröffentlichung aufbereitet. Dies beinhaltet die Überführung von einem proprietären in ein offenes Datenformat mit einem dokumentierten Datenmodell. Die Daten beschreiben überwiegend Rechtsgeschäfte, insbesondere Immobiliengeschäfte, an denen Beginen beteiligt waren. Indirekt stellen sie dadurch eine wichtige prosopographische und stadttopographische Quelle dar. Auf Grund der außerordentlich hohen Überlieferungsdichte, die durch die Schreinsbücher gegeben ist, lassen sich Einträge in Beziehung setzen, sodass sich Verwandtschafts- und Besitzverhältnisse und Verortung in der Stadt über den Beobachtungszeitraum hinweg nachvollziehen lassen. Ziel ist es, die Daten so aufzubereiten und öffentlich bereitzustellen, dass diese Netzwerke und Cluster sichtbar und nutzbar werden, wie es ohne eine informationstechnische Unterstützung kaum möglich wäre.

Publikationen

Letha Böringer, “Beginen – Frauengemeinschaften im Mittelalter,” Interview von Barbara Weber, Deutschlandfunk (21. April 2022), https://www.deutschlandfunk.de/beginen-frauengemeinschaften-im-mittelalter-interv-dr-letha-boehringer-dlf-ca4a8b47-100.html.

Bildnachweis

Foto: Letha Böhringer. Statue im Beginenhof in Tongern, Belgien.